Präsentation
Den Abschluss deines Prüfungsbereichs „Abschließende Arbeit“ bilden die Präsentation und Diskussion deiner Arbeit. Dafür sind insgesamt höchstens 25 Minuten vorgesehen. Präsentations- und Diskussionsteil sind als Einheit zu betrachten, doch soll die Diskussion den überwiegenden Teil der Zeit einnehmen.
Bei der Präsentation vermittelst du einen Einblick in die Zielsetzung deiner abschließenden Arbeit und die angewandten Arbeitsweisen und Methoden. Im Mittelpunkt steht die reflektierte Vermittlung (Darbietung) zentraler Ergebnisse.
Eine gelungene Präsentation beschränkt sich auf das Wesentliche und setzt klare inhaltliche Schwerpunkte. Achte darauf, dass du die Kerninhalte im Auge behältst und deine Präsentation gut strukturierst (Einstiegsphase – Hauptteil – Ausstiegsphase). Gute Präsentationen zeichnen sich durch einen freien Vortrag, einen wirkungsvollen Einsatz der Körpersprache und eine sprachlich korrekte, abwechslungsreiche Sprachverwendung aus. Eine gezielte Wahl sowie die wirkungsvolle Gestaltung von Darbietungsmethoden bzw. Visualisierungstechniken sowie deren kompetenter Einsatz tragen wesentlich zur Qualität deiner Präsentation bei.
Für die Präsentation einer schriftlichen Arbeit mit einem forschenden Zugang bereitest du Daten, Fakten und Erkenntnisse so auf, dass die Prüfungskommission einen guten Einblick in die Beantwortung der zentralen Fragestellung und der Leitfragen gewinnt.
Bei gestalterischen bzw. künstlerischen Arbeiten wird das Ergebnis des kreativen Prozesses kunst- bzw. stilgerecht vor der Prüfungskommission dargeboten. Methodische Vorgehensweisen werden dabei erläutert und theoretische Bezüge (Kontextualisierung) hergestellt.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen, welche Möglichkeiten der Darbietung die verschiedenen Formate mit sich bringen:
- Architektur/Umraumgestaltung: Präsentation von Entwürfen, Skizzen, Zeichnungen, von maßstäblichen Plänen und Modellen in analoger und/oder digitaler Form
- Komposition/Arrangement: Werkpräsentation ausgehend vom Notenmaterial unter Einbindung von Audioeinspielungen und/oder einer Liveperformance
- Konzertprogramm: musikalische Darbietung zur Gänze oder in Auszügen (je nach Länge des erarbeiteten Programms) live vor der Prüfungskommission
- Musikproduktion: Vorstellen des Musikprodukts zur Gänze oder in Auszügen (je nach Länge)
- Kunstausstellung: Werkausstellung vor der Prüfungskommission oder Dokumentation der Ausstellung (falls die Zugänglichkeit für die Prüfungskommission aus räumlichen oder zeitlichen Gründen nicht möglich sein sollte)
- Podcast/Videobeitrag: Vorstellen der produzierten Podcast-Folge / des fertigen Videobeitrag zur Gänze oder in Auszügen (je nach Länge)
1. Schritt: Durchführung einer Zielanalyse
Kläre vor der Planung folgende Fragen:
- Welche Kerninhalte und Kernbotschaften sollen unbedingt vermittelt werden?
- Wie kann sichergestellt werden, dass sich die Mitglieder der Prüfungskommission angesprochen fühlen und einen fundierten Einblick in die abschließende Arbeit erhalten?
- Wie können der für die Präsentation zur Verfügung stehende Raum und dessen technische Ausstattung bestmöglich genutzt werden?
- Welche Präsentationsmedien eignen sich optimal zur Unterstützung des Vortrags?
- Welche Darbietungsformen und -techniken können gut und überzeugend umgesetzt werden?
- Wodurch bzw. womit könnte sich die Präsentation von anderen Präsentationen unterscheiden („Alleinstellungsmerkmal“)?
2. Schritt: Inhaltliche Schwerpunkte festlegen und ein Präsentationskonzept entwickeln
Zunächst gilt es zu entscheiden, welche Inhalte die Präsentation enthalten soll. Dabei ist auch die jeweilige Ausrichtung der abschließenden Arbeit relevant. Bei abschließenden Arbeiten mit einem gestalterischen oder künstlerischen Zugang wird das Ergebnis des Prozesses präsentiert und kontextualisiert. Dafür ist eine (ausschnittsweise) Darbietung einzuplanen.
Erstellen einer Themensammlung
Zur Auswahl und Eingrenzung der Inhalte kann eine Themensammlung angelegt werden, in der unterschieden wird, welche Informationen die Prüfungskommission
- erhalten muss, um die wichtigsten Zusammenhänge zu erfassen (Kerninhalte).
- erhalten soll, um ein tieferes Verständnis zu ermöglichen (einleitende Worte, Hintergrundinformationen, Skizzen, Bilder, Beispiele, Vergleiche).
- erhalten kann, um bereits vorgetragene Inhalte zu ergänzen (Beispiele, Zitate, Hintergrundinformationen etc.).
Entwickeln des Präsentationskonzepts
Entwickle auf Grundlage dieser Themensammlung ein Konzept für die Präsentation, das die Gewichtung der einzelnen Teile festlegt, inhaltlich einen roten Faden verfolgt und den Einsatz von Darbietungstechniken und Präsentationsmedien beinhaltet. Den folgenden Fragen kannst du dabei nachgehen:
- Was könnte das Besondere an der Präsentation sein, also das, was sie von anderen Präsentationen unterscheidet?
- Wie kann es gelingen, das Interesse der Prüfungskommission am Thema der Arbeit bereits am Beginn der Präsentation zu wecken und den Spannungsbogen bis zum Ende der Präsentation hoch zu halten?
- Wie lässt sich das Ergebnis eines gestalterischen oder künstlerischen Prozesses ansprechend darbieten, auch wenn dies aus Zeitgründen nur ausschnittsweise möglich ist?
- Welche technischen Hilfsmittel (z. B. PowerPoint-Präsentationen, Flipcharts oder Pinnwände) können zur Visualisierung von Inhalten eingesetzt werden, damit die Präsentation anschaulich und überzeugend wirkt?
Denkbar ist beispielsweise folgende Gliederung:
- Einstiegsphase: kurze Begrüßung und Vorstellung, knappe Erläuterung des persönlichen Zugangs zum Thema, Vorstellung des Themas der abschließenden Arbeit und der Präsentationsziele, kurze Vorschau auf den Ablauf
- Hauptteil (3 bis 5 Module): Darstellung der Ausgangslage, Sichtbarmachen der Problemstellung, Vorstellung der Vorgangsweise/Methodik, Darbietung bzw. Präsentation der Ergebnisse
- Ausstiegsphase: Abrundung der Präsentation in einer kurzen Zusammenfassung mit Ausblick, Schließen des Spannungsbogens
3. Schritt: Das Präsentationsmanuskript erstellen
Nun geht es um die konkrete Umsetzung des Präsentationskonzepts, indem du die Darbietung und den Vortrag im Detail vorbereitest.
Die Darbietung richtet sich nach dem Format, das du für die Umsetzung einer gestalterischen oder künstlerischen abschließenden Arbeit gewählt hast. Je nach Umfang kann das Ergebnis in seiner Gesamtheit oder in Ausschnitten präsentiert werden.
Bei der sprachlichen Gestaltung des Vortrags ist vor allem auf eine gute Verständlichkeit zu achten.
Fachbegriffe werden erläutert, bei den Formulierungen muss beachtet werden, dass es sich um einen mündlichen Vortrag handelt, dem die Zuhörerinnen und Zuhörer gut folgen können sollten. Das gelingt durch eher kurze, klar formulierte Sätze.
Die meisten Renderinnen und Redner verwenden bei Präsentationen Manuskripte, Notizkarten oder/und verschiedene Arten technischer Hilfsmittel bzw. Medien zu ihrer Unterstützung und Sicherheit. Bei der Präsentation der abschließenden Arbeit darfst du nur Stichwortmanuskripte verwenden, also keine Volltextmanuskripte mit wortwörtlichen Formulierungen. Werden Stichwortkarten zur Unterstützung eingesetzt, haben sich nummerierte Karteikarten (am besten im DIN-A6-Format) bewährt. Festgehalten werden Überschriften, Stichwörter und eventuell komplexe Passagen und Schlussfolgerungen.
4. Schritt: Probeläufe durchführen
„Übung macht den Meister“ und eben auch gute Präsentatorinnen und Präsentatoren:
- Wiederholtes Üben der Präsentation, sinnvollerweise zunächst alleine und eventuell vor einem Spiegel und erst später unter möglichst realen Bedingungen vor vertrauten Personen, kann dir die nötige Sicherheit und Selbstvertrauen geben.
- Durch Selbstbeurteilung (eventuell auch mithilfe von Ton- bzw. Videomitschnitten) und ein offenes, objektives Feedback der Zuhörerinnen und Zuhörer können Präsentationen hinsichtlich Zeitrahmen, Verständlichkeit, Vermittlung der Kerninhalte, Gesamteindruck etc. optimiert und eventuelle Änderungsvorschläge eingearbeitet werden.
- Aus Rückfragen kannst du wichtige Erkenntnisse für die Diskussion der abschließenden Arbeit gewinnen.
5. Schritt: Sich auf die Präsentation einstimmen
Die folgenden Faktoren tragen zu einer gelungenen Präsentation bei:
- ein ruhiges, gelassenes Auftreten mit durchgehendem Blickkontakt und wohlüberlegten Interaktionen mit der Prüfungskommission
- ein dosierter und gezielter Einsatz der Körpersprache (Mimik, Gestik)
- ein strategischer Umgang mit Lampenfieber, indem Gegenstrategien in Bezug auf „Worst Case“-Szenarien bereits im Vorfeld angedacht und entwickelt werden (z. B.: Atemübungen, Glas Wasser trinken, positive innere Bilder setzen)
Literatur zum Präsentieren, Argumentieren und Diskutieren finden Sie in unseren Literaturempfehlungen.
Bei der Präsentation der ABA sollen Visualisierungsmedien zum Einsatz kommen, die den Vortrag sinnvoll unterstützen. Präsentationsmedien sollen bei den Zuhörerinnen und Zuhörern das Interesse wecken, das Verständnis sichern sowie helfen, die Botschaften zu verankern. Darum sollte nicht selbstverständlich zu PowerPoint gegriffen, sondern genau überlegt werden:
- Mit welchem Medium kann ich die Inhalte am besten transportieren – visualisieren, durch ein Hörbeispiel unterstützen?
- Welches Medium ist mir am vertrautesten, am angenehmsten?
- Welches Medium beherrsche ich am besten?
Die Auswahl des Mediums kann auch ein „Alleinstellungsmerkmal“ sein. Die Frage kann also auch lauten:
- Mit welchem Medium unterscheide ich mich von den vor mir und nach mir Präsentierenden und errege damit Aufmerksamkeit?
Generell aber gilt: Die Medien dürfen den Präsentierenden keinesfalls „die Show stehlen“.
Allgemeine Prinzipien
Auswahl: Was soll visualisiert werden?
Alles, was dem Verständnis des Publikums dient. Das sind beispielsweise:
- zentrale Begriffe, Fachbegriffe
- Abfolgen, Entwicklungen
- Her- und Ableitungen, Zusammenhänge
- Zahlen (Mengen, Verhältnisse, Berechnungen usw.)
- Modelle, Bilder, Skizzen
Gestaltung: Wie soll visualisiert werden?
Die Visualisierung soll das Zusehen und Zuhören erleichtern und angenehm machen:
- K.I.S.S. – keep it straight and simple
- keine ganzen Sätze
- klare, logische Strukturierung
- bewusster Umgang mit Schriftarten, Schriftgrößen, Farben etc.
- „Weniger ist mehr“
Als Hilfestellung werden im folgenden Abschnitt allgemeine und spezielle Erfolgsfaktoren sowie mögliche Fehlerquellen der gebräuchlichsten Präsentationsmedien aufgelistet.
Digitale Präsentationsprogramme (z. B. PowerPoint, Prezi)
Was für den Einsatz spricht
Die Präsentation lässt sich gut vorbereiten, man hat umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten (vorgefertigte, einfach variierbare Dokumentdesigns; Masterfolien zum zentralen Entwurf) und kann Texte, Grafiken, Cliparts, Fotos, Diagramme, Tabellen, Audio- und Videodateien leicht integrieren.
Empfehlungen zur Erstellung einer digitalen Präsentation
- Inhalt einer Folie kann auf den ersten Blick aufgenommen werden
- keine Überfrachtung mit Zeilen oder Bildern – Faustregel 6 x 6 (sechs Zeilen à sechs Wörter)
- nur Stichwörter, keine ausformulierten Sätze (diese nur in begründeten Ausnahmen, etwa zum Beleg, zum Nachweis) – Folien sind kein Lesemedium!
- einheitliches Layout als optischer Rahmen (dient der Orientierung)
- sparsamer Umgang mit Layoutvariationen, mit Farben, mit Animationen und Multimediainhalten
- höchstens zwei verschiedene Schriften pro Folie einsetzen – ein Wechsel muss einer erkennbaren, Absicht folgen! Faustregel: Text 24 pt, Überschriften größer
- sparsamer Einsatz der Font Styles „fett“, „kursiv“, „unterstreichen“
- Titelfolie einfallsreich gestalten; Titel, Name der Präsentatorin/des Präsentators, ggf. Datum
- Ausstiegsfolie in Einklang mit der Einstiegsfolie
- maximal eine Folie pro Minute
Tipp: Die Verwendung eines „Presenters“ (Präsentationsferbedienung) erleichtert das Sprechen vor Publikum!
Flipchart
Was für den Einsatz spricht
Bei diesem Präsentationsmedium kann das Publikum am Entstehungsprozess teilhaben, Interaktion ist möglich. Die Präsentation wird „entschleunigt“.
Empfehlungen zum Einsatz eines Flipcharts
- Position des Flipcharts so auswählen, dass alle uneingeschränkte Sicht haben
- sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen)
- Titelchart vorbereiten, Möglichkeit der teilweisen unauffälligen Vor-Beschriftung
- Gliederungssignale – gezielter Einsatz von Gliederungspunkten, Schriftgrößen und Farben
- Beschriftung: Druckbuchstaben, Faustregel: Buchstabengröße nicht kleiner als der kleine Finger, maximal drei gut lesbare Farben benutzen
- kein Sprechen während des Schreibens
- zum Publikum und nicht zum Flipchart sprechen
Dieselben Regeln gelten für den Einsatz eines vorbereiteten Plakats.
Pinnwand und Kärtchen
Was für den Einsatz spricht
Ähnlich wie beim Flipchart kann das Publikum an der Entwicklung eines Gedankens teilhaben, die Präsentation ist „entschleunigt“. Die Kärtchen sind einfach herzustellen, der technische Aufwand ist gering. Es handelt sich um die beste Form, wenn Inhalte gegenübergestellt werden sollen. Die Informationen bleiben im Blickfeld des Publikums.
Empfehlungen zur Handhabung von Pinnwand und Kärtchen
- Standort so auswählen, dass alle uneingeschränkte Sicht zur Pinnwand haben
- sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen)
- touch – turn – talk: anpinnen – umdrehen – sprechen
- maximal ein bis zwei Begriffe pro Karte
- Beschriftung: Druckbuchstaben, Faustregel: Buchstabengröße nicht kleiner als der kleine Finger
- Ober- bzw. Ordnungsbegriffe auf Sonderkarten
- Kärtchenfarben als Bedeutungsträger
- einheitliche Symbolik
- zum Publikum und nicht zur Pinnwand sprechen
Digitale, interaktive Whiteboards (Smartboards)
Was für den Einsatz spricht
Auch bei der Verwendung dieses Mediums kann das Publikum die Entwicklung eines Gedankens mitverfolgen. Die Online-Bearbeitung von Texten, Zeichnungen, Grafiken etc. ist möglich.
Empfehlungen zum Einsatz interaktiver Boards
- für alle vorbereiteten Folien gelten die gleichen Empfehlungen wie bei digitalen Präsentationsmedien (siehe oben)
- sich seitlich positionieren (die Präsentatorin/der Präsentator soll im Aufmerksamkeitszentrum stehen)
- Ergänzungen leserlich schreiben, die Schriftgröße dem Abstand zum Publikum anpassen
- auf gute Strukturierung achten, Gliederungssignale – gezielter Einsatz von Gliederungspunkten, Schriftgrößen und Farben
- kein Sprechen während des Schreibens
- zum Publikum, nicht zum Whiteboard sprechen