Dokumentation des Entstehungsprozesses

In der Dokumentation des Entstehungsprozesses stellst du deinen Arbeitsverlauf (Konzeption, Planung und Durchführung deines gestalterischen bzw. künstlerischen Prozesses) nachvollziehbar dar. Die Dokumentation enthält Hintergrundinformationen, Ergebnisse von Recherchen und Details zur gewählten Methodik wie auch zur Entscheidungsfindung bei wichtigen Fragen im Arbeitsprozess. Du verortest die praktische Arbeit im Kontext des Genres/der künstlerischen Gattung, stellst Bezüge zu Arbeiten ähnlicher Art her und reflektierst den Entstehungsprozess sowie dessen Ergebnisse.

Die Dokumentation muss grammatikalisch korrekt verfasst sein und den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen (z.B. Zitierregeln [LINK], vollständige und korrekte Quellenangaben, einheitliche Beschriftung von Abbildungen).

Die erwartete Zeichenzahl der Dokumentation ist abhängig vom Arbeitsaufwand für die Umsetzung des gestalterischen bzw. künstlerischen Vorhabens. 

Musterdokumentation zum Download

Ein ausführliches Beispiel, das dir als Orientierung dient.


Ab sofort kannst du eine Musterdokumentation für gestalterische bzw. künstlerische ABAs herunterladen.

Sie basiert auf der abschließenden Arbeit von Ava Bruner (BORG 3, Landstraßer Hauptstraße, Wien; Maturajahrgang 2025/26) und wurde von der AG ABA überarbeitet, ergänzt und kommentiert.

Wichtig zu wissen: Die Musterdokumentation zeigt eine besonders ausführliche und idealtypische Umsetzung. Sie enthält verschiedene Möglichkeiten und Beispiele – auch für Inhalte, die nur bei bestimmten Arbeiten sinnvoll sind. Du musst daher nicht alle dargestellten Bestandteile in deine eigene Dokumentation aufnehmen. Welche davon du brauchst, hängt von deinem Thema, deiner Arbeitsweise und deinem Projekt ab.

Nutze die Musterdokumentation als Anregung und Orientierung. Sie ist keine Vorlage, die du vollständig übernehmen musst, und auch keine Checkliste, die Punkt für Punkt abzuarbeiten ist. Anhand des Beispiels kannst du sehen, wie verpflichtende und optionale Bestandteile – etwa ein Glossar, ein Interview oder ein Hilfsmittelverzeichnis – umgesetzt werden können.

Bei einer gestalterischen beziehungsweise künstlerischen Arbeit steht dein künstlerisches oder gestalterisches Ergebnis im Mittelpunkt. In der Dokumentation machst du deinen Arbeitsprozess nachvollziehbar und setzt dich damit auseinander, wie dein Werk entstanden ist. Die Dokumentation ist ein Teil der Gesamtbeurteilung.
 

Elemente der Dokumentation des Entstehungsprozesses

Das Titelblatt enthält folgende Informationen:

  • Thema der Arbeit
  • Name der Verfasserin bzw. des Verfassers
  • Klasse (entfällt bei Abgabe zu einem Nebentermin oder späteren Haupttermin)
  • Name und Adresse der Schule
  • Name der Betreuungsperson
  • Abgabedatum

Vorlage zur Gestaltung des Titelblatts (MS WORD)
Viele Schulen haben eine eigene Vorlage für das Titelblatt entwickelt. Deine betreuende Lehrperson kann dir dazu Auskunft geben.

Umfang: zirka 1.000 bis 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen)

Das Abstract ist nicht Teil der eigentlichen Dokumentation des Entstehungsprozesses (wie etwa die Einleitung), sondern ist ihr vorangestellt. Es folgt direkt nach dem Titelblatt, steht also vor dem optionalen Vorwort bzw. vor dem Inhaltsverzeichnis. Das erste mit einer Ziffer versehene Kapitel ist daher die Einleitung.

Das Abstract wird im Präsens verfasst. Es kann in deutscher oder englischer Sprache geschrieben werden und fasst die wichtigsten Punkte der abschlließenden Arbeit prägnant zusammen.

Es beinhaltet folgende Punkte:

  • das Thema der Arbeit
  • die Zielsetzung und Beschreibung des gestalterischen bzw. künstlerischen Vorhabens
  • die Methode(n) bzw. Technik(en) die gewählt wurde(n), um das Vorhaben umzusetzen
  • die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse

Solltest du deine ABA in einer anderen Sprach als Deutsch oder Englisch verfasst haben, so musst du dein Abstract zusätzlich auch in dieser Sprache abfassen.

Das Vorwort dient etwaigen Danksagungen für Unterstützung oder einer Widmung und endet mit Ort, Datum und deinem Namen.

Das Inhaltsverzeichnis führt sämtliche Gliederungspunkte der Dokumentation des Entstehungsprozesses an.

In der Einleitung begründest du die Wahl deines Themas umfassend und nachvollziehbar. Eine persönliche Verbundenheit zum Thema ist dabei eine ebenso relevante Begründung wie die Beobachtung einer gesellschaftlichen Relevanz oder ein besonderes fachliches oder gestalterisches Interesse - etwa das Interesse an einer bestimmten Technik, Methode oder an einem spezifischen Verfahren.

Ausgehend vom Thema bzw. Inhalt deiner abschließenden Arbeit erläuterst du anschließend die Wahl deines Formats bzw. der künstlerischen Gattung/des gewählten Genres.
Du verdeutlichst, warum genau dieses Format geeignet ist, dein gestalterisches bzw. künstlerisches Vorhaben umzusetzen.

Schließlich gibst du einen kurzen Ausblick auf die wesentlichen Bestandteile der Dokumentation. Du zeigst damit, welche Schwerpunkte du setzt und wie die Dokumentation aufgebaut ist.

Im Hauptteil dokumentierst du den Entstehungsprozess deines gestalterischen bzw. künstlerischen Vorhabens. Dabei erläuterst und begründest du deine konzeptuellen Überlegungen und stellst die wesentlichen Arbeitsschritte nachvollziehbar in Wort und Bild dar.

Der Hauptteil besteht aus mehreren Kapiteln und ggf. Unterkapiteln und umfasst je nach gestalterischer bzw. künstlerischer Ausrichtung der Arbeit folgende Inhalte:

  • Theoretische Überlegungen & Begründung des Formats
    - fundierte Begründung der Wahl des [Medien-/Musik-/Kunst-]Formats
    - Erläuterung der verwendeten Gestaltungsmittel
  • Einordnung im Genre bzw. künstlerischen Kontext
    - Einordnung der eigenen Arbeit in ein Genre, eine Stilrichtung, eine gestalterische Tradition etc.
    - Bezug zu Vergleichsbeispielen
  • Prozessbeschreibungen und -analysen
    - Beschreibung wesentlicher Arbeitsschritte
    - Analyse der konzeptuellen und praktischen Entscheidungen
    - nachvollziehbare Darstellung der Umsetzung
  • Einbindung schriftlicher Dokumente der Konzeptions- und Planungsphase
    - Drehbuch, Storyboard, Drehplan, Shotlist, Interviewleitfaden, Kompositionsentwürfe, Skizzen, Modelle etc.
  • Veranschaulichung des Entstehungsprozesses
    - Bildmaterial (mindestens 300 dpi), z.B. Entwürfe, Schnittmuster, Schablonen, Moodboards, Fotos der Location bzw. des Aufnahmeraums
    - Screenshots oder Standbilder, z.B. aus Audioaufnahme und -bearbeitungsprogrammen, Videos, CAD-Software
    - Analytische und technische Darstellungen, z.B. mathematische Berechnungen und deren Kontextualisierung, Programmierprozesse und -analysen
    - etc.

Darüber hinaus beinhaltet der Hauptteil eine Reflexion deines Arbeitsprozesses. In der Reflexion begründest du deine Entscheidungen, gehst auf Herausforderungen ein und machst Arbeitsschritte bzw. Entwicklungen nachvollziehbar.

Fragen, die dabei relevant sein können:

  • Warum hast du dich für oder gegen bestimmte Techniken, Stile, Formen, Farben, Materialien etc. entschieden?
  • Gab es Vorbilder?
  • Hat etwas nicht funktioniert?
  • Gab es Planänderungen?
  • Gab es unerwartete Effekte/Zwischenergebnisse?

Im Schlusskapitel bzw. Fazit fasst du die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse zusammen, die du im Verlauf deines gestalterischen bzw. künstlerischen Arbeitsprozesses gewonnen hast. Du stellst dar, was du durch die praktische Umsetzung gelernt hast, welche Ziele du erreicht hast und welche Aspekte besonders bedeutsam waren.

Darüber hinaus bietet das Fazit auch Platz für Schlussfolgerungen und eine abschließende Reflexion:

  • Welche Arbeitsweisen, Methoden oder Techniken haben sich bewährt?
  • Welche Herausforderungen sind aufgetreten?
  • Welche Erkenntnisse kannst du womöglich für zukünftige Projekte mitnehmen?

Im Literaturverzeichnis werden alle Quellen aufgelistet, die du für die Umsetzung deiner abschließenden Arbeit verwendet hast. Dazu zählen Bücher, Zeitschriften, wissenschaftliche Artikel, Internetseiten oder andere Medien. In der Regel erfolgt die Sortierung alphabetisch nach den Nachnamen der Autorinnen und Autoren.

Wenn du in deiner ABA zahlreiche Abbildungen oder viele Abkürzungen verwendest, erstellst du zusätzlich ein Abbildungs- bzw. Abkürzungsverzeichnis.

Welche Regeln beim Erstellen des Literaturverzeichnisses zu bedenken sind, findest du hier.

Anhänge sind Materialien, die du nicht direkt in den Text einfügst, die aber für das Verständnis deiner Arbeit relevant sind.

Je nach Art des gestalterischen bzw. künstlerischen Vorhabens können im Anhang zum Beispiel enthalten sein:

  • zusätzliche Bild- oder Tonaufnahmen
  • umfangreiche Tabellen oder Datensätze
  • vollständige Drehbücher
  • Interviewtranskripte
  • Notenmaterial
  • ergänzende Arbeitsprotokolle

Ein Glossar kannst du angelegen, wenn deine Dokumentation Fachbegriffe, technische Termini oder spezielle Konzepte enthält, die für die Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit erklärungsbedürftig sind. Die Begriffe werden alphabetisch sortiert sowie kurz und verständlich erklärt.