Formatbeschreibungen

Du kannst für deine abschließende Arbeit einen forschenden, gestalterischen oder künstlerischen Zugang wählen.
 

Es gibt viele mögliche Wege für deine abschließende Arbeit. Wähle ein Format, das gut zu deinem Thema, deinen Interessen und deinen vorhandenen Kenntnissen passt. Wenn du auf deinen bestehenden Fähigkeiten aufbaust, kannst du dein Potenzial gut nutzen und ein überzeugendes Ergebnis erzielen.


Ob sich ein Thema für eine Bearbeitung in einem gestalterischen oder künstlerischen Format eignet und ob bzw. wie dieses umgesetzt werden kann, bedarf einer eingehenden Klärung zwischen dir und deiner betreuenden Lehrperson sowie der Zustimmung der Schulleitung im Einreichprozess.

Folgende zentrale Schritte sind bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen:

  • Thema
  • Konzept
  • je nach Format: Erarbeitung / Werkerstellung / Gestaltungsprozess / Produktion (inkl. Postproduktion)
  • Dokumentation
  • Präsentation bzw. Darbietung

Die folgenden Formatbeschreibungen haben Beispielcharakter. Auch Formate wie beispielsweise die Gestaltung einer Website oder die Entwicklung einer Tanzperformance sind denkbar.

Beispielhafte Formatbeschreibungen

Architektur oder Raumgestaltung als abschließende Arbeit

Wer sich für das Thema Architektur oder Raumgestaltung entscheidet, plant im Rahmen der Abschlussarbeit ein eigenes Bauprojekt oder eine Umgestaltung eines bestehenden Raums. Dabei geht es um das Zusammenspiel von Form, Funktion und Baukultur.

Das Projekt kann erfunden (fiktiv) oder real (zum Beispiel ein Platz in der eigenen Stadt) sein. Ziel ist es, ein Entwurfskonzept zu entwickeln und dieses mit Skizzen, Plänen, Fotos, Zeichnungen, Modellen oder digitalen 3D-Darstellungen sichtbar zu machen. Der gesamte kreative Prozess – von der ersten Idee bis zum fertigen Konzept – soll selbstständig gestaltet werden.

Im schriftlichen Teil der Arbeit, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, erklärst du, wie das Konzept entstanden ist. Dabei geht es um die Ideenfindung, den Aufbau des Entwurfs und die Umsetzung. Außerdem können zur Inspiration oder zum Vergleich bereits existierende architektonische oder gestalterische Beispiele beschrieben werden.

Wie umfangreich der Entwurf sein soll, wird mit der betreuenden Lehrperson abgesprochen und hängt vom jeweiligen Thema und den Umsetzungsmöglichkeiten ab.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Planung eines Bauwerks oder einer Raumgestaltung:

  • Thema: Das Thema hängt von der Idee und der Funktion des geplanten Bauwerks oder der Raumgestaltung ab. Es wird am Anfang festgelegt und bildet die Grundlage für das weitere Arbeiten.
  • Konzept: Nach der Themenwahl werden die wichtigsten Voraussetzungen und Informationen zum Bauvorhaben gesammelt. Dabei stehen Funktion und Form im Mittelpunkt. Auf Basis dieser Eckdaten wird der Arbeitsablauf geplant. Eine Analyse hilft dabei zu prüfen, ob der Plan angepasst oder vereinfacht werden muss.
  • Gestaltungsprozess: Im Zentrum steht die eigene Gestaltungsidee und Lösung für die Aufgabe. In der Entwurfsphase werden Ideen mit Skizzen, Freihandzeichnungen, technischen oder perspektivischen Darstellungen festgehalten. Auch das Modell des Projekts, zum Beispiel aus Karton oder Schaumstoff, gehört dazu. Alle Arbeitsschritte und kreativen Lösungswege werden in Text und Bild dokumentiert.
  • Präsentation: Im Rahmen der Präsentation und Diskussion wird das Ergebnis der Arbeit präsentiert. Dabei werden Entwürfe, Skizzen, Zeichnungen sowie maßstäbliche Pläne und Modelle – je nach Möglichkeit analog oder digital – der Prüfungskommission vorgestellt und besprochen.

 Formatbeschreibung: Architektur oder Raumgestaltung als abschließende Arbeit

Grafik / Zeichnung / Illustration als abschließende Arbeit

„Grafik“ (oder „grafische Kunst“) ist ein Oberbegriff für bildnerische Arbeiten, die durch zeichnerische oder drucktechnische Verfahren entstehen und sich durch Linien, Flächen und Kontraste auszeichnen.

Die Zeichnung im Speziellen ist eine der ältesten und unmittelbarsten künstlerischen Ausdrucksformen. Sie entsteht durch Linien, Striche, Schraffuren und Flächen, die mit einem zeichnenden Werkzeug (z.B. Bleistift, Kohle, Feder, Fineliner, digitale Stylus) auf einen Bildträger (Papier, Karton, digitaler Screen etc.) aufgebracht werden.

Druckgrafik (oder grafische Druckverfahren) bezeichnet alle künstlerischen Verfahren, bei denen ein Bildmotiv über eine Druckform mehrfach auf einen Bildträger (meist Papier) übertragen wird.
Sie gehört zur grafischen Kunst und unterscheidet sich von der Zeichnung oder Malerei dadurch, dass nicht direkt auf Papier gezeichnet oder gemalt wird, sondern indirekt über eine vorbereitete Druckplatte, -form oder -fläche gearbeitet wird.

Das Besondere an der Druckgrafik ist ihre Vervielfältigbarkeit: Ein Motiv kann in mehreren Exemplaren (Abzug, Auflage) entstehen, wobei jedes Exemplar als Originaldruck gilt, solange es manuell hergestellt wurde.

Weitere Teilbereiche der Grafik sind die Illustration und das Grafikdesign.

In der Illustration werden Inhalte zeichnerisch-bildnerisch und häufig narrativ visualisiert, etwa in Büchern, Comics oder Graphic Novels.

Grafikdesign bzw. visuelle Kommunikation gestaltet Informationen funktional und zielgerichtet – vor allem durch Typografie, Layout, Bild- und Farbgestaltung – um Botschaften klar und wirkungsvoll zu vermitteln.

Im Bereich Zeichnung, Grafik und Illustration gibt es eine Vielzahl digitaler Verfahren und Werkzeuge, die zur Anwendung kommen können, wie zum Beispiel Digital Painting, Grafik-Animation oder Audio-Visuals.

Eine ABA aus dem Bereich Grafik / Zeichnung / Illustration kann, abhängig von der Themenstellung der abschließenden Arbeit und der Wahl der Gestaltungsmittel, in unterschiedlichen Medien und Formaten erstellt werden:

  • künstlerische Zeichnung (z.B.: Studien, serielle Zeichnung)
  • verschiedene Arten von Druckgrafik (auch Zines und Risoprints)
  • Digital Painting, Grafik-Animation, Audio-Visuals
  • Illustration (z.B.: Buchillustrationen, Comic, Graphic Novel)
  • Grafikdesign (z.B.: Entwicklung eines Logos, Plakate)
  • Editorial-Design (z.B.: Schülerinnen- bzw. Schülerzeitung)

Schülerinnen und Schüler, die ihre ABA im Bereich Grafik / Zeichnung / Illustration umsetzen möchten, stellen im schriftlichen Teil der Arbeit, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, ihr künstlerisches Konzept vor und veranschaulichen dessen Umsetzung.

Der Umfang der Grafiken / Zeichnungen / Illustrationen richtet sich nach dem thematischen Schwerpunkt und der Wahl der Gestaltungsmittel und ist in Absprache mit der Betreuungsperson festzulegen.

Die Erstellung eines künstlerischen Beitrages erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Am Anfang steht eine Idee bzw. ein Thema, das durch den Einsatz grafischer Mittel umgesetzt werden soll. Durch Recherche sowie technische und künstlerische Entscheidungen wird ein Konzept inkl. Umsetzungs- und Zeitplan entwickelt. Es folgen Ideenfindung, Recherche zum Thema, technische Experimente, die künstlerische Umsetzung und die Ausstellung / Produktion / Präsentation. 
 

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Entstehung eines künstlerischen ABA-Beitrags:

  • Thema: Ausgehend von einer Idee wird das Vorhaben ausgearbeitet, das künstlerisch bearbeitet werden soll.
  • Konzept: Im Konzept werden Ideen zur künstlerischen Umsetzung des Vorhabens skizziert und der Plan für die technische bzw. gestalterische Herangehensweise vorgestellt. Etwaige Recherchetätigkeiten (Kunstgeschichte, Ausstellungen, Material und Technologie, Programme bei digitalen Medien, Anforderungen für ein Grafikdesign) werden durchgeführt.
  • Gestaltungsprozess / Produktion: Benötigtes Material sowie Werkzeuge werden organisiert. Gegebenenfalls wird eine Einschulung in der Werkstatt (Druckerpresse, Risograph, …) durchgeführt.
  • Präsentation: Je nach künstlerischer Umsetzung wird eine für das Ergebnis geeignete Präsentationsform gewählt.
  • Publikation: Bei Illustrationen oder Arbeiten im Bereich Grafik-Design werden Publikationsmöglichkeiten bzw. Formen der Veröffentlichung (Veröffentlichung auf Website der Schule, Druck einer kleinen Auflage, Distribution) gewählt.

>> Download der Formatbeschreibung Grafik - Zeichnung - Illustration als abschließende Arbeit

Graphic Novel als abschließende Arbeit

Die Graphic Novel ist eine relativ junge literarische Gattung, in der zumeist komplexe Geschichten in einem visuellen Format erzählt werden. Analog zur herkömmlichen Literatur, umfassen Graphic Novels eine breite Vielfalt an Genres und Darstellungsformen. Das Spektrum reicht von Adaptionen literarischer Vorlagen über Action- und Fantasygeschichten bis hin zu Biografien, Reportagen und Dokumentationen. Im Zentrum steht dabei die narrative Bildgestaltung, die in Wechselwirkung zum Text steht, wodurch die Graphic Novel sowohl aus literaturwissenschaftlicher als auch aus bild- und medienwissenschaftlicher Perspektive interessant ist. 

Um eine Graphic Novel als abschließende Arbeit umzusetzen, ist es notwendig, im Vorfeld folgende Fragen zu klären: 

  • Was soll erzählt werden? Welches Thema soll behandelt werden?
  • In welcher Erzählform bzw. Gattung soll das Vorhaben umgesetzt werden (z.B. Adaption einer literarischen Vorlage, Erzählung, Reportage, Biografie)?
  • Welche Zielgruppe (Alter der Leserinnen und Leser) soll damit erreicht werden?
  • Welche zentralen Figuren/Charaktere sollen in der Erzählung vorkommen? Wie ist ihre Beziehung zueinander?   

Ist die inhaltliche Ausrichtung geklärt, erstellen die Schülerinnen und Schüler ein Konzept (z.B. in Form eines grafischen Storyboards) und visualisieren erste Figuren und Szenarien. Das visuelle Design (Stil und Farbpalette) sowie die grafischen Elemente (Panels, Rahmen, Sprechblasen) werden mittels Skizzen und Zeichnungen, evtl. in digitaler Form, kreativ und eigenständig gestaltet. Die Zeichenstile reichen von experimentellen Gestaltungen bis hin zu klassischen Comicstilen. In manchen Darstellungsformen fließen auch Elemente der Fotografie in die Gestaltung mit ein. 

Die enge Verschränkung von Bild und Text ist ein wesentliches Element der Graphic Novel und erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Daher ist es wichtig, dass auch das Skript der Geschichte bereits am Anfang des Arbeitsprozesses entwickelt wird. Ebenso entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt für die künstlerische Technik, mit der sie die Graphic Novel umsetzen möchten. Dabei wählen sie bewusst aus unterschiedlichen grafischen und malerischen Ausdrucksformen, etwa Lineart, Schraffur, zeichnerische Techniken mit Tusche, Fineliner oder Kugelschreiber sowie verschiedenen Formen der Koloration. Diese Entscheidung beeinflusst nicht nur den visuellen Stil, sondern auch die Atmosphäre und Wirkung der Erzählung und trägt wesentlich zur individuellen Handschrift des Projekts bei.

Schülerinnen und Schüler, die für das Thema ihrer abschließenden Arbeit das Format der Graphic Novel gewählt haben, stellen in der Dokumentation des Entstehungsprozesses ihr künstlerisch-kreatives Konzept vor. Sie veranschaulichen u.a. den Prozess der Ideenfindung, die Konzeption und die Umsetzung ihrer Ideen auch in Form geeigneter Visualisierungen (z.B. Charaktere, spezielle Ereignisse in der Erzählung, Zeichenstil, grafische Gestaltung). 

Abhängig vom Zeichenstil und der Komplexität der Geschichte (Detailgrad der Illustrationen, simpel einfärbig, grafisch aufwändig, koloriert, digital gezeichnet) ist der Umfang der Graphic Novel in Absprache mit der Betreuungsperson festzulegen und auf die entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten hin zu überprüfen. 
 

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Umsetzung einer Graphic Novel 

Thema: Inhalt der Erzählung, Genre und Illustrations-Stil sind wesentliche Elemente der Graphic Novel. Je nach Thema / Erzählung variiert der Umfang der erforderlichen Recherchen.

Konzept / Erstellen eines Skriptes: Nach Wahl des Themas / der Erzählung werden die Eckpunkte (Storyboard, Figuren, Zeichenstil) erhoben. Graphic Novels haben in der Regel ein Skript, das als Vorlage für die Geschichte und die visuelle Gestaltung dient. Das Skript enthält die Dialoge, Beschreibungen der Panels und andere Details, die dem Zeichner bzw. der Zeichnerin bei der Erstellung des Bildes helfen.

Gestaltungsprozess: Der Gestaltungsprozess ist zentral, die individuelle Gestaltungsidee wird festgehalten. Ein wirkungsvoller Dialog, Figuren / Charaktere und das visuelle Design sind wesentliche Elemente der Graphic Novel. Dabei steht die individuelle Gestaltungsidee im Vordergrund. Der Prozess der Entwurfsphase (Entwürfe für Figuren / Charaktere und Szenerien, grafische Elemente, Farbpaletten, Experimente mit künstlerischen Techniken) sowie die einzelnen Schritte der Gestaltungsphase (Umsetzung des Entwurfes) werden dokumentiert und Gestaltungsentscheidungen begründet.

Dokumentation: Das vollständige Werk ist zur Ansicht gemeinsam mit der Dokumentation des Entstehungsprozesses abzugeben. Für die Aufbewahrung im Prüfungsprotokoll kann eine Kopie in ausgedruckter Form oder auf einem Datenträger beigelegt werden, sodass das Original nach erfolgter Präsentation und Diskussion an die Kandidatin/den Kandidaten retourniert werden kann. 

Präsentation: Im Rahmen der Präsentation und Diskussion werden u.a. Konzeption, Story Outline und Genre, künstlerische Herangehensweise sowie das Ergebnis des gestalterischen bzw. künstlerischen Prozesses in Auszügen vorgestellt. 

>> Download der Formatbeschreibung Eine Graphic Novel als abschließende Arbeit 


Zum Weiterlesen:
Jüdt, Dieter: Von der Idee zur Graphic Novel. Szenario - Storyboard - Grafischer Sound. Erzählen mit Bildern. Mainz: Verlag Hermann Schmidt 2022.
Grundraster zur Analyse von Graphic Novels: Referat von Trix Bürki, Stube-Tagung 2014, Wien
URL: https://www.stube.at/tagebuch/download/Handouts%20Aufbaukurstagung%202014/Buerki.pdf

 

Eine Komposition/ein Arrangement als abschließende Arbeit

Unter Komposition/Arrangement ist die kreative Schöpfung bzw. Bearbeitung eines Werkes im Bereich der Musik zu verstehen. 

  • Kompositionheißt, du erstellst ein ganz neues musikalisches Werk.
  • Arrangement bedeutet, du gestaltest ein schon vorhandenes Musikstück neu, zum Beispiel für eine andere Besetzung oder mit einer anderen Stimmung.

Wenn du ein Arrangement für eine Aufführung oder Veröffentlichung machst, musst du die Rechte dafür klären.

Oft folgen Kompositionen und Arrangements bestimmten Regeln wie Tonsatz oder Kompositionsstil. Während du dein Werk erstellst, beschäftigst du dich auch mit Vorbildern und Stilen, die dir helfen, deine eigene Idee zu entwickeln.

Wenn du das Format einer Komposition oder eines Arrangements für deine abschließende Arbeit wählst, stellst du im schriftlichen Teil der Arbeit, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, dein künstlerisch-kreatives Konzept vor und veranschaulichst, unter Bezugnahme auf relevante Kompositionsregeln, Stile und Vorbilder, dessen Umsetzung. Umfang und Länge deiner Komposition oder deines Arrangements klärst du mit deiner betreuenden Lehrperson ab.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Erarbeitung einer Komposition/eines Arrangements:

  • Thema: Das Thema findest du, indem du dich mit verschiedenen Kompositions- oder Arrangementstilen beschäftigst. Daraus entsteht dann dein konkretes Thema für die Arbeit.
  • Konzept & Werkerstellung: Du lernst die Regeln, die für dein Werk wichtig sind, und überlegst auch, wann du bewusst von ihnen abweichst. Dabei geht es vor allem darum, wie andere Musik dich beeinflusst hat. Gleichzeitig oder danach komponierst oder arrangierst du dein eigenes Musikstück.
  • Dokumentation: Dein komplettes Werk hältst du schriftlich fest, zum Beispiel mithilfe von Noten oder anderen Notationsformen. Dazu gehört auch eine Beschreibung, wie du das Werk entwickelt hast. Außerdem soll eine Audiodatei dabei sein, zum Beispiel eine Aufnahme oder ein digital erstelltes Musikstück.
  • Werkpräsentation: Im Rahmen der Präsentation stellst du dein Werk vor. Dazu nutzt du das Notenmaterial und spielst es entweder live oder mit Audioeinspielungen vor. Danach gibt es eine Diskussion darüber.

 Formatbeschreibung: Eine Komposition/ein Arrangement als abschließende Arbeit

Ein Konzertprogramm als abschließende Arbeit

Unter Konzertprogramm ist zu verstehen, dass mehrere Musikstücke so zusammengestellt werden, dass sie ein Thema oder einen Schwerpunkt haben. Diese Stücke werden musikalisch-künstlerisch sorgfältig erarbeitet und präsentiert. Die Dauer eines solchen Programms soll etwa 10 bis 20 Minuten sein. Wie lang das Programm genau wird, hängt vom Thema ab und wird mit der betreuenden Lehrperson besprochen.

Das Programm kann entweder verschiedene Stile, Genres und Epochen kombinieren oder sich auf nur einen Stil, ein Genre, eine Epoche oder sogar einen bestimmten Komponisten oder eine Komponistin konzentrieren.

Beim Spielen ist es wichtig, dass das Werk und der Stil  genau eingehalten werden. Parameter wie Dynamik, Rhythmik und Melodik sollen bei der Interpretation beachtet werden.

Teil des Erarbeitungsprozesses ist es, den Vortrag des vollständigen Programms auf Video festzuhalten (z. B. im Rahmen eines Schulkonzerts, im Unterricht oder in einem außerschulischen Rahmen). Dieses Video ist gemeinsam mit der Dokumentation des Entstehungsprozesses abzugeben. Auszüge aus dem Programm werden im Rahmen der Präsentation und Diskussion live vor der Prüfungskommission gespielt.

Die Dokumentation des Entstehungsprozesses legt dar, unter welchen Gesichtspunkten und Aspekten das Konzertprogramm zusammengestellt wurde. Außerdem werden Fragen der praktischen Erarbeitung und der Interpretation behandelt und das Umfeld zur Entstehung der Werke (Stil, Epoche, Komponist/in) beschrieben.

Anmerkung: Wenn Schülerinnen und Schüler an ORG mit Instrumentalmusik und Gesang oder an RG/ORG unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung das Format “Konzertprogramm” als abschließende Arbeit wählen und in Instrumentalmusik und Gesang im gleichen Instrument/Gesang antreten, ist darauf zu achten, dass sich die Vortragsstücke nicht überschneiden.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Erarbeitung eines Konzertprogramms:

  • Thema: Je nachdem, ob du verschiedene musikalische Stile zeigen möchtest oder dich auf einen bestimmten Aspekt konzentrierst, wird das Thema für das Konzertprogramm festgelegt.
  • Konzept & Erarbeitung: Zu den Musikstücken, die zum Thema passen, suchst du Hintergrundinformationen. Diese helfen dir, die Stücke möglichst originalgetreu zu spielen. Gleichzeitig übst du die Stücke praktisch auf deinem Instrument.
  • Dokumentation: Das vollständige Konzertprogramm wird auf Video aufgezeichnet, wobei die Audioqualität im Vordergrund steht. Die Aufnahme dient der Prüfungskommission dazu, einen Gesamteindruck vom erarbeiteten Konzertprogramm zu bekommen. Dieses Video ist gemeinsam mit der Dokumentation des Entstehungsprozesses abzugeben.
  • Darbietung: Bei der Präsentation vor der Prüfungskommission spielst du dein Programm ganz oder in Auszügen live vor und diskutierst darüber.


 Formatbeschreibung: Ein Konzertprogramm als abschließende Arbeit

Die Gestaltung einer Kunstausstellung als abschließende Arbeit

In einer Kunstausstellung werden künstlerische Werke aus der Bildenden Kunst der Öffentlichkeit gezeigt. Meist sind das Originale. Wenn Schülerinnen und Schüler dieses Format für ihre Abschlussarbeit wählen, zeigen sie ihre selbst gestalteten Werke in einer Ausstellung.

Im schriftlichen Teil, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, wird das künstlerisch-kreative Konzept erklärt. Dabei werden alle Phasen festgehalten: von der Ideenfindung über die Konzeption bis hin zum gestalterischen Prozess und der realen Umsetzung der Ausstellung.

Je nach Themenstellung sowie den gewählten Gestaltungsmitteln und Materialien sind unterschiedliche Zugänge möglich:

  • gerahmte und gehängte Arbeiten in Form von Originalen aus dem grafischen, druckgrafischen, malerischen oder fotografischen Bereich
  • dreidimensionale Arbeiten in räumlichen Installationen in Abhängigkeit von Material, Größe und Ausführung

Abhängig vom Konzept und dem thematischen und gestalterischen Schwerpunkt ist der Umfang der künstlerischen Arbeiten in Absprache mit der Betreuungsperson festzulegen und auf die entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten hin zu überprüfen.

Der Ausstellungsort ist abhängig von den Umsetzungsmöglichkeiten, dem Material und dem Umfang der künstlerischen Arbeiten. Der Prüfungsraum kann dafür ebenso geeignet sein wie ein anderer Teil des Schulhauses oder ein öffentlicher Ort.

 

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Gestaltung einer Ausstellung:

  • Thema: Das Thema hängt von deiner Idee, den Gestaltungsmitteln und dem Platz ab, der zur Verfügung steht.
  • Konzept: Du planst, welche Gestaltungsmittel du benutzt und wie die Idee umgesetzt werden kann. Dazu gehört auch die Recherche von künstlerischen Vorbildern, die zu deinem Projekt passen. Ein gutes Konzept hilft dir, deine Werke und die Ausstellung erfolgreich umzusetzen. Wenn die Ausstellung öffentlich ist, müssen die Urheber- und Persönlichkeitsrechte beachtet werden.
  • Gestaltungsprozess: Deine eigene Gestaltungsidee ist wichtig. Du hältst deinen Prozess fest: von den ersten Ideen bis zur Umsetzung. Die Originalität und dein eigener Ausdruck stehen im Vordergrund. Alle wichtigen Arbeitsschritte dokumentierst du mit Bildern und Text. Für die Ausstellung vorbereiten musst du:
    • Auswahl und Anzahl der Werke
    • Wahl des Ortes
    • Absprache mit Institutionen (wenn nötig)
    • Organisation der Ausstellung (z. B. Rahmen, Stellwände)
    • Gestaltung der Einladung oder des Plakats
    • Planung der Eröffnung
  • Präsentation: Im Rahmen der Präsentation und Diskussion wird die Ausstellung der Prüfungskommission zugänglich gemacht oder eine Dokumentation der Ausstellung vorgestellt, falls die Zugänglichkeit aus räumlichen oder zeitlichen Gründen nicht möglich sein sollte.


 Formatbeschreibung: Die Gestaltung einer Kunstausstellung als abschließende Arbeit

Eine Musikproduktion als abschließende Arbeit

Unter Musikproduktion  versteht man die Umsetzung einer eigenen Komposition, eines Arrangements  oder einer Neuinterpretation eines Stücks mit modernen Aufnahme-Techniken als Audioaufnahme oder Musikvideo(Videoclip). Der Fokus liegt auf der technischen Umsetzung, um eine fertige Audio- oder Video-Produktion zu erstellen. Für Arrangements und Neuinterpretationen müssen bei einer Aufführung eventuell Rechte eingeholt werden.

Die Wahl der Technik und der Musikrichtung (z. B. Pop, Jazz, Klassik, Klangcollage) ist frei. Wichtig ist eine gute Klangqualität. Zur Audioaufnahme kann auch ein Musikvideo erstellt werden. Details dazu stehen beim Videobeitrag.

Im schriftlichen Teil, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, erklärst du dein Produktionskonzept und zeigst, wie du es umgesetzt hast.

Die Länge der fertigen Produktion richtet sich nach dem Thema und den Gestaltungsmitteln und wird mit der betreuenden Person festgelegt.

Eine Produktion braucht eine klare Planung: Am Anfang steht die Idee oder das Thema. Danach wird recherchiert und ein Aufnahme- und Umsetzungsplan erstellt. Dann folgt die Aufnahme und Bearbeitung.

Die fertige Produktion gibst du als Datei oder Link mit der Dokumentation ab. Bei der Präsentation zeigst du dein Werk vor der Prüfungskommission – ganz oder in Teilen.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Erarbeitung einer Musikproduktion:

  • Thema: Die Themenfindung erfolgt durch die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der audio-/videotechnischen Umsetzung einer Musikproduktion. Daraus ergibt sich das konkrete Thema der Arbeit.
  • Konzept: Im Konzept werden Ideen zur technischen Umsetzung des Vorhabens skizziert und ein Ablaufplan vorgestellt. Dabei sind Stil, Genre, Kompositions-/Arrangementtechnik, Aufnahmetechnik (Mehrspurverfahren, Overdub, ...) zu berücksichtigen.
  • Produktion: Die Musikproduktion wird nach den im Konzept erarbeiteten und ausgeloteten musikalischen und technischen Möglichkeiten umgesetzt.
  • Werkpräsentation: Im Rahmen der Präsentation und Diskussion wird das Musikprodukt vor der Prüfungskommission entweder zur Gänze oder in Auszügen (je nach Länge) vorgestellt.


 Formatbeschreibung: Eine Musikproduktion als abschließende Arbeit

Der Podcast als abschließende Arbeit

Ein Podcast ist eine digitale Audioform, die sich hervorragend eignet, um Wissen kreativ, lebendig und verständlich zu vermitteln. Für die abschließende Arbeit stellt dieses Format eine spannende Alternative dar. Mit einem Podcast zeigst du, dass du Informationen nicht nur recherchieren, sondern auch inhaltlich auswählen, strukturieren und medial aufbereiten kannst. Du machst dein Thema hörbar, setzt fachliche Inhalte ansprechend um und beweist dabei Medienkompetenz – die Fähigkeit, Informationen technisch, gestalterisch und inhaltlich professionell umzusetzen. So verbindest du Kreativität mit Genauigkeit – genau jene Fähigkeiten, die du für eine gelungene abschließende Arbeit brauchst.
 

In der Dokumentation stellst du das Gesamtkonzept deines Podcasts vor und veranschaulichst den Produktionsprozess deiner Podcastfolge (z. B. durch Erläuterungen zu den Arbeitsschritten, Informationen zur technischen Umsetzung, Screenshots zur Audiobearbeitung, Fotos zur Aufnahme). Eine detaillierte Formatbeschreibung findest du hier.

 

Was macht eine gelungene Podcastfolge aus?

Ein guter Podcast lebt von einer klaren inhaltlichen Struktur, guter Klangqualität und einer authentischen Sprechweise. Überlege dir zu Beginn, was der zentrale Gedanke deines Beitrags ist und welches Ziel du verfolgst. Soll dein Podcast informieren, zur Diskussion anregen oder eine Geschichte erzählen? Daraus ergibt sich auch die passende Darstellungsform:

  • Interviewpodcast: Du sprichst mit einer Fachperson oder einer Mitschülerin bzw. einem Mitschüler über dein Thema.
  • Gesprächsrunde: Zwei oder mehrere Personen tauschen Meinungen und Argumente aus.
  • Reportage: Du verbindest Kommentare, Interviews und Umgebungsgeräusche zu einem stimmigen Ganzen.
  • Erzählpodcast: Du führst selbst als Erzählerin oder Erzähler durch den Inhalt und baust Musik oder Zitate ein.

Achte auf eine klare Dramaturgie: Starte zum Beispiel mit einem spannenden Einstieg, erläutere im Hauptteil die wichtigsten Erkenntnisse und schließe mit einer kurzen Zusammenfassung oder persönlichen Reflexion. Podcasts für schulische Projekte sollten nicht zu lange sein – lieber prägnant und gut strukturiert als ausschweifend und langatmig.
 

Ein Podcast besteht nicht nur aus dem „Aufnehmen des Gesprächs und dem Schneiden“. Zur Arbeit gehören auch Auswahl- und Gestaltungsentscheidungen: 

  • Auswahl geeigneter Inhalte und Gesprächsausschnitte
  • sinnvolle Kürzung und Verdichtung
  • logische Reihenfolge der einzelnen Bausteine
  • Gestaltung von Übergängen zwischen Themen oder Sprecherinnen und Sprechern
  • Einordnung von Zitaten oder Interviews
  • Verantwortung für die fachliche Richtigkeit der präsentierten Inhalte

 

Technische Umsetzung

Die technische Umsetzung bestimmt wesentlich, wie verständlich und professionell dein Podcast klingt. Schon mit einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen – wichtig sind vor allem Sorgfalt und ein bewusster Umgang mit der Tonqualität.

Aufnahme

Beginne mit der Wahl des Aufnahmeortes. Du brauchst keinen eigenen Tonraum – ideal ist aber ein Raum mit wenig Hall und ohne Störgeräusche. Sofas und Textilien wie Vorhänge oder Teppiche helfen, den Klang weicher zu machen.

Für gute Sprachaufnahmen reicht zumeist das Mikrofon eines Smartphones. Beginne mit einer kurzen Probeaufnahme und teste, in welcher Position du das Gerät am besten ablegst, damit alle Sprecherinnen und Sprecher gleich gut zu hören sind und kein störendes Rauschen oder Atemgeräusche entstehen. Dein Aufnahmegerät sollte jedenfalls 10 bis 20 Zentimeter von allen sprechenden Personen entfernt sein. Bei größerer Distanz klingen die Stimmen möglicherweise zu leise.

Für eine hochwertigere Aufnahme kannst du auf ein externes USB-Mikrofon zurückgreifen – beliebt sind z. B. das Rode NT-USB Mini, das Blue Yeti oder das Samson Meteor Mic. Diese sind Plug-and-Play-fähig, also sofort betriebsbereit. Zusätzlich kannst du mit einem Popfilter (ein feines Netz zwischen Mund und Mikrofon) harte Atemlaute und Zischgeräusche vermeiden. Auch ein Headset mit integriertem Mikrofon kannst du verwenden, wenn du darauf achtest, dass das Mikrofon nicht zu nah am Mund positioniert ist.
 

Teste verschiedene Mikrofonabstände und vergleiche Tonproben – so bekommst du ein Gefühl für Lautstärke und Raumklang. Notiere im Anschluss die gewählten Einstellungen für die schriftliche Reflexion und für die eigentliche Aufnahme.

 

Schnitt und Bearbeitung

Nach der Aufnahme folgt der Feinschnitt. Ziel ist, dass deine Podcastfolge flüssig, verständlich und angenehm zu hören ist. Die Nachbearbeitung ermöglicht es, Pausen zu kürzen, Versprecher und Hintergrundgeräusche zu entfernen, Füllwörter zu reduzieren, Musik oder Sound Cues zu ergänzen. Im Rahmen deiner ABA gut geeignet ist etwa das kostenlose Programm Audacity, da es einfach zu bedienen ist und auf fast allen Betriebssystemen (Windows, macOS, Linux) läuft.
 

Sound Cues sind auditive Signale, Hinweise oder speziell definierte Soundeffekte, die in Medien, Software oder Technik eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen, Handlungen zu bestätigen oder Atmosphäre zu schaffen.


Wenn du mit einem Apple-Gerät arbeitest, kannst du auch GarageBand nutzen: Es ist sehr intuitiv, bietet vorgefertigte Spuren und erleichtert den Export. Ocenaudio ist eine weitere einfache Alternative mit übersichtlicher Benutzeroberfläche. Auch Reaper ist eine Anwendung für Audio-Produktion mit Mehrspuraufnahme und Werkzeugen für Bearbeitung, Mixen und Mastering von Musik. Das Projekt Ultraschall optimierte Reaper für die Aufnahme und Produktion von Podcasts.

Arbeitsschritte beim Schnitt:

  1. Import: Öffne deine Aufnahme und höre sie einmal komplett an. Du kannst dir schon beim ersten Durchhören Notizen machen.
  2. Schnitt: Markiere Stellen mit Versprechern, störenden Geräuschen oder langen (Atem-)Pausen und lösche sie mit dem Scherensymbol. Du kannst auch ganze Passagen löschen oder sie an eine andere Stelle deiner Podcastfolge verschieben.
  3. Lautstärke anpassen: Nutze Effekte → Normalisieren, um Pegelschwankungen auszugleichen und alle Passagen auf eine ähnliche Lautstärke zu bringen.
  4. Rauschverminderung: Markiere die Abschnitte mit Hintergrundrauschen und reduziere dauerhaftes Brummen über Effekte → Rauschverminderung.
  5. Equalizer und Kompressor: Diese Werkzeuge können Stimmen klarer und gleichmäßiger klingen lassen.
  6. Musik hinzufügen: Musik oder Geräusche verleihen deinem Podcast Atmosphäre, sollten aber niemals vom gesprochenen Wort ablenken. Verwende ausschließlich rechtefreie Musik, beispielsweise von Pixabay Music oder Free Music Archive. Wenn du Musik im Hintergrund verwendest, lege sie auf eine zweite Spur und senke die Lautstärke ab, sodass die Sprache im Vordergrund bleibt.
  7. Feinschnitt: Glatte Übergänge zwischen verschiedenen gesprochenen Passagen bzw. Musik und gesprochenen Passagen erreichst du mit den Tools Ein- und Ausblenden. Achte auf eine gute Balance zwischen Sprache und Hintergrundklang.
  8. Export: Speichere deine Datei als MP3 mit 128–192 kbit/s, das ist die gängige Qualität für Podcasts.

Abschließend solltest du deinen Podcast auf verschiedenen Geräten anhören – mit Kopfhörern, über Lautsprecher, eventuell auch auf dem Smartphone. So erkennst du, ob der Klang überall angenehm ist.

Notiere in deiner Dokumentation, welche Bearbeitungsschritte du gesetzt und welche Software du verwendet hast. Das zeigt, dass du nicht nur die Inhalte, sondern auch die technische Umsetzung bewusst geplant hast. Mithilfe einiger Screenshots der Audiobearbeitung kannst du die Postproduktion deiner Podcastfolge in der Dokumentation illustrieren.
 

Veröffentlichung deiner Podcastfolge

Nach der Fertigstellung kannst du deine Podcastfolge (z. B. über eine Hostingplattform) veröffentlichen oder nicht-öffentlich (z. B. über einen privaten Cloudlink oder einen passwortgeschützten Websitebereich) bereitstellen. 

Für die abschließende Arbeit sind die für eine Veröffentlichung notwendigen Zusatzelemente zu erstellen:

  • Podcast-Name
  • Folgentitel
  • Coverbild (selbst gestaltet oder lizenzfrei)
  • Kurzbeschreibung der produzierten Folge
  • Shownotes der produzierten Folge (Inhaltsangabe, Quellen)
  • ggf. Hinweis zur verwendeten (lizenzfrei verfügbaren) Musik

Weitere Praxistipps und Übungsmaterial findest du

Ein Trainingsprogramm als abschließende Arbeit

Ein Trainingsprogramm ist ein strukturiertes Konzept zur gezielten Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und verbindet sportwissenschaftliche Theorie mit praktischer Umsetzung. Abhängig von der Zielsetzung können unterschiedliche Schwerpunkte wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Regeneration usw. gesetzt werden. Dabei reicht das Spektrum von allgemeinen Fitness- und gesundheitsorientierten Programmen bis hin zu sportartspezifischen oder leistungsbezogenen Trainingsformen.

Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen ihrer abschließenden Arbeit ein Trainingsprogramm entwickeln, legen zunächst das übergeordnete Ziel fest und definieren die Zielgruppe (sich selbst, eine andere Sportlerin/einen anderen Sportler, eine Trainingsgruppe) unter Berücksichtigung von Alter, Leistungsniveau und Vorerfahrungen. Aufbauend darauf wenden sie grundlegende trainingswissenschaftliche Prinzipien wie Belastung, Variation und Regeneration an und wählen geeignete Übungen, Trainingsmethoden sowie entsprechende Sicherheitsmaßnahmen für ihr entwickeltes Trainingsprogramm aus, das sie verpflichtend in der Praxis mit der Zielgruppe umsetzen. Ist die Zielgruppe eine andere Sportlerin, ein anderer Sportler oder eine Trainingsgruppe, so soll diese nicht aus der eigenen Schulklasse stammen.

Der zeitliche und inhaltliche Aufbau des Trainingsprogramms wird systematisch geplant und in der Praxis umgesetzt, wobei Trainingsdauer, Häufigkeit (Einheiten) und Progression ebenso berücksichtigt werden wie die Struktur einzelner Einheiten (Aufwärmen, Hauptteil, Cool-Down), sodass der Bezug zu den sportwissenschaftlichen Grundlagen sowie die Zielorientierung des Trainingsplans erkennbar werden. Die praktische Umsetzung wird durch übersichtliche Darstellungsformen wie Trainingspläne, Tabellen, Skizzen, Fotos oder digitale Medien nachvollziehbar visualisiert. Ziel ist es, ein klar strukturiertes, ansprechendes und funktionelles Trainingsprogramm zu entwickeln, das sowohl inhaltlich begründet als auch in der Praxis erprobt wird.

In der begleitenden Dokumentation stellen die Schülerinnen und Schüler den Entstehungsprozess des Trainingsprogramms dar, erläutern ihre konzeptionellen Überlegungen (z.B. Zielperson/Zielgruppe, Alter, Geschlecht, Leistungsniveau, Vorerfahrungen, ggf. gesundheitliche Aspekte) und begründen ihre Entscheidungen fachlich unter Verwendung von Fachbegriffen und sportwissenschaftlichen Quellen. Dabei gehen sie auf die Trainingsplanung (Dauer, Häufigkeit, Intensität etc.), Struktur der einzelnen Trainingseinheiten, ausgewählte Übungen (z.B. Korrektheit und Auswahl passender Übungen), Trainingsphasen, Belastungssteuerung und Besonderheiten der Zielgruppe ein. Umfang und Komplexität des Trainingsprogramms werden in Absprache mit der Betreuungsperson festgelegt und an die zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen angepasst.

 

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Umsetzung eines Trainingsprogramms:

Thema: Der Fokus des Trainingsplans wird definiert, zum Beispiel auf bestimmte körperliche Ziele wie die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, den Aufbau von Muskelkraft und Muskelmasse (Krafttraining), die Verbesserung der Herz-Kreislauf-Leistung (Ausdauertraining) sowie Beweglichkeits-, Mobilitäts- oder Koordinationstraining.

Konzept: Nach der Wahl des Themas werden Zielsetzung und Schwerpunkte sowie die Zielgruppe des Trainingsprogramms festgelegt. Sportwissenschaftliche Recherchen zu Programmaufbau, Methoden, geeigneten Übungen und Trainingsformen und erste Probedurchläufe werden durchgeführt. Es wird festgelegt, was, wie oft, wie intensiv und wie lange trainiert wird und in welcher Form der Trainingsverlauf dokumentiert wird (z.B. in Form eines Trainingstagebuchs, mittels Tabellen, Diagrammen, App-Auswertungen).

Gestaltungsprozess: Die Durchführung des Trainingsplans ist zentral, die Dokumentation des Prozesses wesentlich. Der Trainingsplan wird durchlaufen und parallel dazu dokumentiert, damit Fortschritte sichtbar, Belastungen nachvollziehbar und das Training gezielt angepasst werden können. Die Dokumentation sollte übersichtlich, regelmäßig und nachvollziehbar sein (z.B. anhand von Trainingsplänen, Tabellen, Skizzen, Fotos oder digitalen Medien).

Präsentation und Diskussion: Im Rahmen der Präsentation und Diskussion werden das Konzept des Trainingsplans, samt sportwissenschaftlicher Begründung sowie die Daten zum Training präsentiert. Wenn möglich, können Auszüge aus dem Programm der Kommission praktisch vorgestellt werden. Die Auswertung des Trainingsplans, erzielte Fortschritte, aufgetretene Probleme und Vorschläge zur Optimierung des Trainingsprogramms bieten interessante Anknüpfungspunkte für die Diskussion. 

>> Download der Formatbeschreibung Ein Trainingsprogramm als abschließende Arbeit
>> Download Checkliste Trainingsplanung / Entwicklung eines Trainingsprogramms

Der Videobeitrag als abschließende Arbeit

Ein Videobeitrag ist eine multimediale Produktion, die visuelle und auditive Inhalte verbindet, um Informationen zu einem bestimmten Thema zu zeigen. Er kann als einzelnes Video oder Teil einer Sendereihe veröffentlicht werden und ist oft online zu sehen.

Es gibt verschiedene Arten von Videobeiträgen, abhängig von Thema und Gestaltung:

  • Dokumentarische Beiträge wie Reportage, Interview, Porträt, Magazinbeiträge oder Tutorials
  • Fiktionale Beiträge wie Drama, Komödie, Thriller oder Science Fiction
  • Mischformen wie Dokudrama oder Mockumentary

Wenn du einen Videobeitrag für deine abschließende Arbeit machst, erklärst du im schriftlichen Teil, der Dokumentation des Entstehungsprozesses, dein Videokonzept und zeigst, wie du es umgesetzt hast.

Die Länge des fertigen Videos hängt vom Thema und den Gestaltungsmitteln ab und wird mit der Betreuungsperson besprochen.

Die Produktion braucht eine gute Planung: Am Anfang steht die Idee oder das Thema. Danach wird recherchiert und ein Konzept mit Zeitplan erstellt. Dann folgt die Aufnahme. Das Rohmaterial wird gesichtet und bearbeitet (Postproduktion), dabei werden Bild und Ton zusammengeschnitten. Zum Schluss wird das fertige Video online veröffentlicht.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Schritte der Entstehung eines Videobeitrages:

  • Thema: Ausgehend von einer Idee wird das konkrete Thema entwickelt, das mittels Videobeitrag bearbeitet werden soll.
  • Konzept: Im Konzept planst du, wie du den Film machst. Du legst Zielgruppe und filmisches Genre  fest, recherchierst und suchst die Personen aus, die im Video mitmachen. Um dein Konzept zu entwickeln, nutzt du verschiedene Stufen wie Exposé, Treatment und Drehbuch. Dabei planst du sowohl den Inhalt (zum Beispiel Handlung, Figurenbeschreibung) als auch das Aussehen des Videos (z. B. Bildkomposition, Farbgestaltung, Musik und Dialoge). Für fiktionale Videos kommen noch Dinge wie Casting, Kostüme oder Setdesign dazu.
  • Produktion: Du organisierst das nötige Equipment und drehst an den vorgesehenen Orten. Drehgenehmigungen und Einverständniserklärungen holst du vorher schriftlich ein.
  • Postproduktion: Aus dem rohen Filmmaterial schneidest du das Video und bearbeitest Bild und Ton. Dabei kannst du Musik, Effekte, Texteinblendungen und Animationen hinzufügen. Achte darauf, die Rechte an Musik und Soundeffekten zu beachten.
  • Publikation: Für die Veröffentlichung erstellst du noch Sachen wie Titel, Vorschaubild und Videobeschreibung. Danach entscheidest du, wo und wie du das Video online zeigst, zum Beispiel auf einer Videoplattform oder einer passwortgeschützten Seite.


 Formatbeschreibung: Ein Videobeitrag als abschließende Arbeit